Jugendfeuerwehr
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Großbrand eines ehemaligen britsichen Schulgebäudes im Nachbarort
 Datum  Datum : Mittwoch, 20.02.2013 Einsatz : 4  img
 Alarmzeit  Alarmzeit : 16:53 Uhr   -   01:08 Uhr
 Einsatzort  Einsatzort : Hastenbeck, Steinebreite, ehem. britische Schule
 Einsatzart  Einsatzart : Brandeinsatz (nachbarschaftl. Löschhilfe)
 Alarmierung  Alarmierung : Digitaler Meldeempfänger, Alarm Ortswehr gesamt
 Stärke  Stärke : 1:10 Ortswehr,
1:80 HWB / FF (geschätzt)

Druckversion  Druckversion Fotos Fotos (23) Einsatzkarte  Einsatzkarte Glossar  Glossar

Der Kooperative Regionalleitstelle (KRL) wurde gegen 16.50 Uhr zunächst ein unklares Feuer aus dem Bereich einer seit langem leerstehenden, ehemaligen britischen Schule gemeldet, worauf um 16.52 Uhr die Ortswehr Hastenbeck und die hauptberuflichen Wachbereitschaft (HBW) von der Feuerwache Hameln alarmiert wurden. Aufgrund einer Vielzahl weiterer Anrufe, die jetzt ein größeres Feuer meldeten, wurden noch während der Anfahrt der ersten Kräfte die Alarmstufe auf „Feuer 2“ erhöht mit einem Alarm für die Tagesschleife der Ortsfeuerwehr Hameln, Freiwache der HWB, der Ortswehr Afferde sowie dem Team Einsatzleitung der FF Hameln und dem ELF der FF Afferde. Auch auf der Anfahrt war aus dem Bereich Hameln und Afferde bereits eine starke Rauchentwicklung und meterhohe Flammen von der Einsatzstelle zu erkennen. Vor Ort wurde dann festgestellt, dass der westliche Teil des ehemaligen Schulgebäudes bereits in Vollbrand stand. Sofort wurde von den ersten Kräften ein Löschangriff eingeleitet und eine Wasserversorgung aufgebaut, die nachrückenden Kräfte unterstützen diese Maßnahmen im großen Umfang. Hauptaugenmerk war dabei der Aufbau einer Riegelstellung zu den noch nicht vom Brand betroffenen Gebäudeteilen. Die Ortswehr Afferde etwa stellte einen Angriffstrupp unter Atemschutz, der über ein Flachdach zur Brandbekämpfung vorging und eine Brandausbreitung verhindern sollte.

Nachdem die Einsatzleitung durch den Abteilungsleiter Andreas Zerbe übernommen worden war, wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet. Der Einsatzabschnitt 1 unter Leitung von Wachabteilungsführer Bodo Kauert übernahm die unmittelbare Brandbekämpfung des brennenden Gebäudeteils. Ein Innenangriff war hier aufgrund des Vollbrandes nicht mehr möglich, konnte aber aufgrund günstiger Windverhältnissee größtenteils ohne Atemschutz in Angriff genommen werden. Der Einsatzabschnitt 2, geführt durch den Hamelner Ortsbrandmeister Emil Burose, leitete die Maßnahmen zum Schutz der noch unbetroffenen Gebäudeteile ein. Vom Dach der umgebenden Gebäude und von angrenzenden Grünflächen aus wurde eine Riegelstellung aufgebaut. Die Arbeiten hier konnten nur unter Atemschutz durchgeführt, da durch die Windrichtung der starke Brandrauch in diese Richtung gedrückt wurde. Auf dem Parkplatz vor dem Schulgelände wurde eine zentrale Atemschutzüberwachung eingerichtet, die ebenfalls von einem Mitglied der Ortswehr Afferde maßgeblich unterstützt wurde. Der Abrollbehälter Atemschutz/Strahlenschutz diente dabei als Sammel- und Ausrüstungspunkt für die Atemschutzgeräteträger. Als Problem stellte sich dann noch die Wasserversorgung in dem Wohnviertel da. Hydranten in unmittelbarer Nähe zum Brandort lieferten zu wenig Wasser. Daher wurde bereits in der Anfangsphase die Schwerpunktfeuerwehr Kirchohsen aus der Nachbargemeinde Emmerthal mit einem TLF 16/25 und einem LF 16/12 als wasserführende Fahrzeuge nachgefordert. Des Weiteren wurde eine Wasserversorgung von der Hagenohsener Straße mit einem leistungsfähigeren Hydranten aufgebaut. Das Verlegen der gut 400 Meter langen Förderleitung übernahm die Ortswehr Afferde zusammen mit dem Mehrzweckwagen Schlauch/Kran der FTZ Kirchohsen. Um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, wurde die Schlauchüberführung der FF Afferde auf der Hagenohsener Straße (Hauptdurchgangsstraße) aufgebaut und von Aktiven überwacht. Auch die Verstärkerpumpe in der Förderleitung wurde von der FF Afferde gestellt und besetzt.

Durch den Großbrand kam es zu einer sehr starken Rauchentwicklung. Der Brandrauch wurde in ein direkt angrenzendes Hastenbecker Wohngebiet und dann weiter in Richtung des Höhenzuges „Bückeberg“ und der Ortschaft Hagenohsen (Gemeinde Emmerthal) getrieben. Daher wurde bereits in der Anfangsphase die Bevölkerung durch Lautsprecher-Durchsagen der Polizei sowie Radiomeldung gewarnt und aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein Messwagen der Kreisfeuerwehr-Bereitschaft Katastrophenschutz, stationiert bei der FF Flegessen, führte Schadstoffmessungen am Einsatzort und in der betroffenen Umgebung durch. Die Messungen ergaben aber keine signifikanten Werte über der Nachweisschwelle für Gefahrstoffe.

Die weiteren Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Dies lag auch an der Konstruktion des Gebäudes in Fertigbauweise mit viel verbauten Holzelementen. Dort hatten sich viele Brandnester gebildet, die nicht erreicht werden konnten. Außerdem war das Gebäude inzwischen teilweise eingestürzt und eine Dachabdeckung aus langen Formblechteilen verhinderte, dass der darunter brennende Brandschutt erreicht werden konnte. Zunächst wurde daher auch Schaum eingesetzt, um einen Löscherfolg zu erzielen. Gegen 19 Uhr entschied die Einsatzleitung dann, dass zum endgültigen Ablöschen des Brandes das Gebäude eingerissen werden musste. Daher wurde ein Fachberater des THW Hameln hinzugezogen, da zunächst ein Radlader des THW für diese Arbeiten eingesetzt werden sollte. Dies wurde wegen der beschränkten Einsatzmöglichkeit eines Radladers allerdings wieder verworfen und vielmehr ein großer Kettenbagger mit einer Abbruchgreifer-Schaufel einer privaten Abbruchfirma zur Einsatzstelle beordert. Das THW Hameln unterstützt die Arbeiten an der Einsatzstelle, indem die Helfer „Powermoons“ zur Beleuchtung aufstellten.

Im Verlauf des Einsatzes wurde dann die Kanalisation unterhalb der Brandstelle auf eingeleitetes Löschwasser überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass Löschwasser und Schaummittel-Reste bereits in einen kleineren Bachlauf in der nahen Feldmark gelangt war, der wenige Kilometer entfernte Hastebach war aber noch nicht betroffen. Auf Veranlassung der Unteren Wasserbehörde wurden im Regenwassersystem Kanalblasen gesetzt, um eine weitere Einleitung zu verhindern. Die Arbeiten wurden von einem Mitglied der FF Afferde unterstützt, der dazu auch den MTW einsetzte. Das Wasser direkt an der Einlaufstelle am Bauchlauf wurde mit größeren Mengen Wasser eines Spülwagens des städtischen Betriebshofes kräftig verdünnt und das verschmutzte Löschwasser schließlich mit diesem Fahrzeug abgepumpt.

Als gegen 20 Uhr der Brand soweit unter Kontrolle war und der Bagger seine Arbeit aufgenommen hatte, wurde zunächst der Löschzug der HBW aus dem Einsatz herausgelöst und rückte wieder zur Feuer- und Rettungswache Hameln ein. Im weiteren Einsatzverlauf wurden dann noch die Ortsfeuerwehren Tündern und Hilligsfeld vordringlich mit Atemschutzgeräteträgern nachalarmiert, um genug Atemschutzpersonal an der Einsatzstelle in Reserve zu haben. Aufgrund der Witterung sanken die Temperaturen im Einsatzverlauf unter 0 Grad. Daher musste zum einen der Einsatzbereich mehrfach von einem Streufahrzeug abgestreut werden, um eine gefährliche Glätte zu beseitigen. Die Versorgungsgruppe der Feuerwehr Hameln hielt für die Einsatzkräfte zunächst kalte und warme Getränke bereit und stellte später eine stärkende Bohnensuppe bereit. Weiterhin wurden Teilkräfte des ABC-Zuges der Kreisfeuerwehr aus Marienau, die an diesem Mittwochabend Übungsdienst abhielten, ebenfalls angefordert, um beheizbare Zelte für die Einsatzkräfte aufzustellen.

Nachdem die Abrissarbeiten des Baggers gegen 23.30 Uhr beendet waren, konnten die Einsatzkräfte nach und nach aus dem Einsatz entlassen werden. Ein Großteil der Kräfte der FF Afferde rückte gegen Mitternacht wieder ein. Zwei Kameraden, die wieder die Arbeit des Teams AB-Einsatzleitung im ELW 1 während des ganzen Einsatzes unterstützen, rückten erst zum Einsatzende gegen 1 Uhr ein. So lange zogen sich letzte Aufräum- und Sicherungsarbeiten an der Brandstelle hin. Die Ortswehr Hastenbeck stellte eine Brandwache vor Ort während der Nacht. Den Einsatzkräften war es gelungen, den Brand auf den zu Einsatzbeginn bereits in Vollbrand stehenden Teil der ehemaligen britischen Grundschule zu beschränken. Nicht zuletzt durch den Abriss ist allerdings die Statik der angrenzenden Gebäudeteile fraglich, so dass dieser Bereich abgesperrt werden musste und nicht mehr ohne vorherige Sicherungsmaßnahmen betreten werden darf. Verletzte gab es bei diesem Einsatz keine. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, schließt einen technischen Defekt wohl aus, so dass alles auf eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung hindeutet.


Video Quelle: Youtube.de (Kreisfeuerwehr HM-PY)

 Eingesetzte Mittel : 1 B-Rohr, 5 C-Rohre, 1 Schaum-Rohr
 Sachschaden : vermutl. mehrere 100.000 Euro



Weitere Berichte zu diesem Einsatz finden Sie auch hier :
 img Feuerwehr Hameln - "Großfeuer an ehemaliger Schule"img
 img Deister- und Weserzeitung - "Großfeuer in Hastenbeck - meterhohe Flammen, riesige Rauchsäule"img
 img Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont - "Brand der ehemaligen englischen Schule in Hastenbeck"img

Video- und TV-Beiträge zu diesem Einsatz :
 img Deister- und Weserzeitung - "Großfeuer in Hastenbeck"img
 img Deister- und Weserzeitung - "Großfeuer in Hastenbeck: Spezialbagger reißt Schule ein"img

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  EINGESETZTE FAHRZEUGE :

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Weitere Fahrzeuge :
LF 8/6, MTW (FF Hastenbeck)
H-TLF 16/25, DLA(K) 23-12, 2 RTW, KdoW (HWB)
TLF 16/25, LF 20/16, LF 16/12, LF 10/6, DLk 23-12, RW 2, GW-Logistik, MTW, MZW, WLF, KdoW, AB-Atemschutz, AB-Sonderlöschmittel (FF Hameln)
TLF 16/25, LF 16/12, ELW 1 (FF Kirchohsen)
MZW S/K, GW-AS (FTZ Kirchohsen)
Messwagen (ABC-Zug/FF Flegessen)
LF 8/6, MTW (FF Tündern)
TSF-W, MTW (FF Hilligsfeld)
GW-Dekon (ABC-Zug)
Pkw StadtBM
GKW, ELW (THW Hameln)
3 Polizeifahrzeug  


 

 

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